Schleimstoffe

Allgemeines

Pflanzen produzieren Kohlenhydrate, die sie für den eigenen Energiestoffwechsel verwenden, aber auch als Speichersubstanz einlagern (z.B. Kartoffeln). Man unterscheidet Monosaccharide, sogenannte einfache Zucker, Oligosaccharide (mit 2-10 Monosaccharideinheiten) und Polysaccharide (mit mehr als 10 und bis zu 1 Million Monosaccharideinheiten).

Schleimstoffe bestehen zum Großteil aus Heteropolysacchariden, Gemischen verschiedener Polysaccharide (je nach Zuckerzusammensetzung: Glucomannane, Mannane, Galactomannane, Rhamnomannane oder Glucuronane). Pflanzenschleime können Wasser aufnehmen und damit schleimartige Kolloide und Gele bilden, die als Schutzsubstanzen dienen. Sie werden vor allem als Haut- und Schleimhautschutz verwendet. Man unterscheidet saure und neutrale Schleime. Sie ergeben hochvisköse Lösungen. Als „Schleimdrogen“ bezeichnet man Arzneidrogen, die aufgrund ihres Gehalts an pflanzlichen Schleimstoffen oder Pektinen in der Phytomedizin eingesetzt werden.


Pflanzenphysiologie

Schleimstoffe werden in Vakuolen und Zellwänden in der Pflanze gelagert. Vakuolenschleimstoffe  dienen als Reservespeicher oder binden Wasser; das ist vor allem für keimende Samen wesentlich. Der Pflanzensaft und die Umgebung der Samen werden mithilfe von Schleimstoffen länger feucht gehalten, und die Verdunstung wird verzögert, was dem Keimling optimale Bedingungen liefert (z.B. Spitzwegerich: Seine schleimhaltigen Samen hefteten sich an Fußsohlen und Wagenräder der Siedler, wurden u.a. nach Nordamerika verschleppt und besiedelten dort ihre neue Heimat). 

Außerdem verhindert der Schleimmantel um die Samen, dass sie von den Tieren, von denen sie gefressen werden, verdaut werden - häufig werden sie unverdaut ausgeschieden und können sich sogar unter verbesserten Bedingungen (mit Kot als Kompost) weiter verbreiten (Mistel). Auch innerhalb des Samens finden sich Schleimstoffe, die der werdenden Pflanze helfen, für sie wichtige Stoffe an sich zu binden (u.a. bei Lilien- und Borretschgewächsen).


Pflanzen mit Schleimstoffen


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Wir bedanken uns bei der Autorin Ursel Bühring und den beiden Verlagshäusern Haug und Ulmer, über die Freigabe sämtlicher Angaben betreffend Pflanzeninhaltsstoffe.