Salicin

Allgemeines

Salicylate und deren Ester besitzen eine phenolische Grundstruktur (Hydroxybenzoesäuren). An Zucker glykosidisch gebunden, werden sie als Salicin bzw. als Salicylate bezeichnet. Das Phenolglycosid Salicin wird nach Aufnahme in den Körper über Saligenin in Salicylsäure umgewandelt.


Pflanzenphysiologie

Die meisten Pflanzen, die Salicin und andere Salicylate in höherer Dosierung enthalten, wachsen im Feuchten, dort, wo viele der Erkrankungen entstehen, die sie lindern können (z.B. Erkältung, Rheuma). ,,Ubi morbus ibi remedium": Wo die Krankheit entsteht, wächst auch das passende Heilmittel dafür. Aber auch in vielen anderen Pflanzen kommen Salicylate vor, zwar zu gering, um eine pharmakologische Wirkung zu erzielen, doch ausreichend für physiologische Effekte in der Pflanze selbst: Salicylate beeinflussen den pflanzlichen Stoffwechsel und das Wachstum von Knospen, Blüten und Wurzeln. Sie regen zur Wärmebildung an und tragen zum Immunsystem der Flora bei.

Viele Pflanzen besitzen die Fähigkeit, für einige Zeit ihre Temperatur zu erhöhen, vor allem in der Blütezeit, zuweilen steigt dieses ,,Fieber" sogar um bis zu 20°C über die Umgebungstemperatur (Aronstabblüte). Die Pflanzen* schützen sich dadurch vor Viren, Bakterien und Pilzen, und zwar besonders in kritischen Zeiten während der Knospenentwicklung und Blüte. Sobald Pflanzen mit einem Erreger infiziert sind, steigt die Salicylatkonzentration auf das Hundertfache des Ausgangswertes an.

*Pflanzen bilden Salicylsäure als Schutz gegen Viren, Bakterien und Pilze; damit begrenzen sie das Ausmaß infektions- und verletzungsbedingter Gewebeschädigungen. In der Pflanze hemmt Salicylsäure die Synthese des Phytohormons Jasmonsäure. Das regt die Ausschüttung immunspezifischer Proteine an und steigert somit die Widerstandskraft der Pflanze gegenüber Infektionserregern. 


Pflanzen mit Salicin


Urheberrecht Autorin und Verlag

Wir weisen darauf hin, dass die Inhaltsangaben auf dieser Seite dem Urheberrechtsgesetz unterliegen und ohne schriftliche Zustimmung des Verlages (Haug und Ulmer) unzulässig und strafbar sind. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Abschriften und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.

Wir bedanken uns bei der Autorin Ursel Bühring und den beiden Verlagshäusern Haug und Ulmer, über die Freigabe sämtlicher Angaben betreffend Pflanzeninhaltsstoffe.