Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
Grau-Erle (Alnus incana)
Grün-Erle (Alnus alnobetula)
Erlen besitzen die Fähigkeit, mit ihren Wurzeln - dank eines ausgeprägten inneren Belüftungssystems - sogar bei Hochwasser lange unter Wasser aushalten zu können. Selbst das tote Holz ist gegen Nässe resistent, weshalb ein erheblicher Teil Venedigs auf Erlenpfählen gebaut wurde. Erlenholz wird mit den Jahren immer härter, deshalb fand es auch im Schiffbau und beim Bau von Wasserrohren Verwendung, zumal es nahezu unbeschränkt haltbar ist. Die klebrigen, jungen Triebe wurden früher gegen unerträgliche Mückenplagen aufgehängt, und sogar verstreutes Erlenlaub soll bei Flohplagen erstaunlich gute Dienste geleistet haben. Erlen erreichen zudem ein Alter von 120 Jahren, bieten zahlreichen Schmetterlingsarten Lebensraum, Schutz & Nahrung und sind für Vogelarten, Insekten und Kleingetier ökologisch unentbehrlich. Nebst den vielen Bewohnern spielt die Gigantin im Volksglauben und in der Mythologie unzählige Rollen. Die Bäume galten als böse Geister, weil sie an „menschenverschlingenden“ Mooren gedeihten und unter ihren Wurzeln Kröten und Schlangen hausten. Selbst der Boden, auf dem die sagenumwobene Menschenfresserin wuchs, wurde gemieden. Rotes Haar und Erlenloden wachsen nicht auf guten Boden - so der Volksmund. Heutzutage entlocken einen die Schauermärchen nur ein Lächeln und wir halten auf unseren Streifzügen nach der Sumpfkönigin stets die Augen offen. Ein unverzichtbares und vielseitiges Gehölz!