Absolute Rekordhalterin
Den Platz sichert sich eindeutig Noctua pronuba unsere fleißige Hausmutter! Mehr als 3000 Eier heftet sie akribisch und lückenlos nebeneinander an Halme, Stängel und Blattunterseiten der Raupen-Nahrungspflanzen. Für die Ablage ihrer sogenannten "Eispiegel" benötigt sie gerade mal ein paar Stunden. Wir zollen der tüchtigen Nachteule Respekt für diesen außergewöhnlichen Kraftakt. Ein mehr als flinkes Osterhäschen, mit dem Verstecken nimmt sie es allerdings nicht so genau!
Nächste tüchtige Eiproduzentin
Ist Orgyia antiqua das Schlehen-Bürstenspinner Weibchen. Sie bevorzugt ebenfalls großflächige Blattunterseiten, um ihre Fülle an Eiern erfolgreich anheften zu können. Da das hübsche Eulchen flugunfähig ist, wählt sie schon vor ihrer Verpuppung ein geeigneten Platz für ihren Nachwuchs. So schlüpft sie als Imago nur aus ihrem Gespinst, lockt paarungswillige Männchen an und beginnt kurz nach der Paarung mit der Eiablage. Kurz danach stirbt das Weibchen!
Anspruchsvollere Gourmetschis
Man findet sie eindeutig unter den entzückenden Bläulingen und Feuerfaltern. Die Ameisenbläulinge möchten wir an dieser Stelle speziell hervorheben, da sich die Raupen der Art monophag ernähren und somit an ganz bestimmte Pflanzen gebunden sind. Die Weibchen achten deshalb haargenau, auf welchen Blütenköpfen und Blättern sie ihren "winzigen" Nachwuchs ablegen. Es nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, um die Plätze auszumachen - doch wer suchet, der findet!
Par excellence
Die drei Ritterfalter Grazien Papilio machaon Schwalbenschwanz, Zerynthia polyxena Osterluzeifalter und Iphiclides podalirius Segelfalter sind sehr darauf bedacht, ihre Eier elegant, stilvoll und verstreut abzustreifen. Gänzlich entgegengesetzt zu ihrer äußerst auffälligen Erscheinung als Falter schätzen sie es, ihren filigranen und noch unauffälligen Nachwuchs unscheinbar lose zu platzieren. Tja, oft ist weniger mehr und wir hoffen sehnlichst, dass diese Eier nicht gefunden werden!
Schlank und rank
Die länglichen, kegelförmigen Eier der Weißlinge Gonepteryx rhamni Zitronenfalter, Leptidea sinapis Tintenfleck-Weißling & Pieris brassicae Großer Kohlweißling, stellen am ehesten die Form schicker "Hasenohren" dar, werden aber in der Regel von den Weibchen offensichtlich nicht gut versteckt! Wer deren bevorzugte Nahrungspflanzen kennt wird im Handumdrehen fündig. Die Suche ist daher nicht von Dauer, bereitet aber trotzdem Spaß!
Gut versteckt schaut anders aus
Obwohl Saturnia pavoniella das Ligurische Nachtpfauenauge und Malacosoma castrensis der Wolfsmilch-Ringelspinner aus verschiedenen Familien stammen, besitzen sie dennoch skurrile, gemeinsame Allüren. Sie nehmen es mit "dem Spinnen" anscheinend wirklich wörtlich. Sie wickeln ihre Eier fein säuberlich um die Stängel der Nahrungspflanzen und das gar nicht mal in so geringer Anzahl. Oder sie drehen sich vielleicht nur gerne im Kreis? Egal - wer diesen Schatz findet, darf sich mehr als glücklich schätzen!
Einzigartiges Design
Es gibt nur eine Architektin, die so faszinierende Ei-Türmchen zustande bringt, nämlich Araschnia Levana unser Landkärtchen! Genauso schön wie das Tagfalter Weibchen selbst, sind auch ihre kunstvollen Gebilde, die oft aus bis zu 15 Stockwerken bestehen. Die winzigen Eier werden stabil aneinander "geklebt" und an der Blatt-Unterseite von Brennnesseln geheftet. Mit diesem Bauwerk stellt sie sogar den Wiener Stephansdom in den Schatten. Chapeau!
Meister im Eier verstecken
Auf unser Siegerpodest schaffen es zweifelsohne einige Arten der Zipflinger-Familie wie Favonius quercus Blauer Zipfelfalter und Thecla betulae Nierenfleck-Zipfelfalter! Sie verdienen in jeder Hinsicht den ersten Platz als "gefinkelte Osterhasen", denn über die Wahl deren Ablage-Plätze kann man wahrlich von "Eier verstecken" sprechen. Nur mit einer Portion Geduld, Glück und einem geschulten Auge, lassen sich diese raffinierten Verstecke ausmachen!